Geheim, geheimer, Sekretariat?

Als Sekretärin bekam Petra Balzer in der Chefetage nahezu alles mit, musste Geheimnisse – ob privater oder geschäftlicher Natur – diskret behandeln. Eine große Verantwortung, die schnell zur Last werden kann. Denn alles, was in Firmen besprochen, entschieden und durchgeführt wird, landet irgendwann auch einmal auf dem Schreibtisch einer Sekretärin oder eines Sekretärs. So auch heikle Themen wie der VW-Abgasskandal, überhöhte Bonizahlungen oder Zinsmanipulationen.

Auch wenn Sekretärinnen und Sekretäre als Geheimnisträgerinnen und -bewahrer täglich beispiellose Arbeit leisten, wie Petra Balzer deutlich macht, gehört das Sekretariat mit zu den empfindlichsten Kommunikationspunkten einer Institution oder Firma. So waren Bonner Sekretärinnen beispielsweise ein wichtiges Spionageziel und -mittel der Stasi.
Aktuell sorgte ein ranghoher Sekretär des Vatikans für Gesprächsstoff: Lucio Ángel Vallejo Balda, betraut mit den wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhles, soll im „Vatileaks II“-Skandal vertrauliche Dokumente an Journalisten weitergegeben haben. Im August trat er deswegen eine 18-monatige Haftstrafe an.

Was denken Sie: Wie weit reicht eigentlich die Verantwortung, sensible Informationen aus dem Arbeitsbereich geheim zu halten? In welchen Fällen dürfen wir das Schweigen brechen? Und wann ist es unsere moralische Pflicht, Geheimnisse aufzudecken?

Mehr zum Thema „Das Geheimnis im Beruf“ erfahren Sie hier.

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